Schutz vor Cyberkriminalität: nicht in die Falle tappen

Alle wirtschaftlichen und sozialen Krisen werden historisch gesehen von einem Anstieg der Kriminalitätsrate begleitet, was auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist, die mit dem menschlichen, sozialen und kollektiven Verhalten, angesichts der widrigen Umstände, zusammenhängen.

Cyberkriminalität gehört zu den kriminellen Aktivitäten, die in Krisenzeiten ein deutliches Wachstum erfahren, insbesondere in Gesellschaften, in denen elektronische Prozesse und digitale Medien ein wichtiger Teil der täglichen Aktivitäten sind.

Die meisten Cyberverbrechen zeichnen sich durch geringe Komplexität aus und sind sowohl willkürlich als auch massiv. Diese Cyberangriffe nutzen die mangelnde digitale Kompetenz der Bevölkerung aus, um Online-Betrug zu erkennen.

Eine beträchtliche Anzahl der Opfer von Cyberkriminalität sind Geschäfte und Unternehmen, die für die Entwicklung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit zunehmend von elektronischen Prozessen abhängig sind. In vielen Fällen können Verstöße gegen die Cybersicherheit zu einem erheblichen Verlust von Kapital und sensiblen Informationen führen, was sogar den Bankrott zur Folge haben kann.

So schützen Sie sich vor Betrug im Internet

Wir stellen Ihnen einige sehr einfache Tipps und Aktionen zum Schutz vor Cyberkriminalität zur Verfügung. Der erste und vielleicht wichtigste Punkt ist, diese Tipps in Ihrem täglichen Leben zu umzusetzen, und nicht nur in Krisenzeiten:

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Verwenden Sie sichere Passwörter für alle Online-Konten. Sichere Passwörter bestehen normalerweise aus mehr als 10 Zeichen und enthalten eine Kombination aus Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Zahlen und sogar Symbolen.

Verwenden Sie niemals Wörter oder Daten, die einen persönlichen Bezug zu Ihnen haben (z. B. Geburtsdatum, Name Ihres Kindes oder der Name Ihres Unternehmens). Es ist auch wichtig, dass Sie keine ganzen Wörter verwenden, die leicht im Wörterbuch zu finden sind (z. B. „Haus“). Der Grund dafür ist, dass einer der ersten Schritte eines jeden Cyberkriminellen darin besteht, automatisch Millionen von Wortkombinationen aus dem Wörterbuch zu testen.

Außerdem wird empfohlen, für jedes Konto ein anderes Kennwort zu verwenden, damit im Falle eines Cyberangriffs auf eines Ihrer Konten die übrigen Konten vor seitenübergreifenden Angriffen geschützt werden können.

Speichern Sie Ihre Kennwörter niemals in Textdateien oder Dokumenten, die auf Ihrem Computer, Mobilgeräten oder in Dateien in der Cloud gespeichert sind. Verwenden Sie besser Passwort-Manager, die in Antiviren-Anwendungen enthalten sind.

Aktivieren Sie den Zugriff per Passwort auf Ihrem Computer und Ihren Mobilgeräten. Denken Sie daran: 12345 oder martin1970 sind unsichere Passwörter.

– Aktivieren Sie, wenn möglich, die Zwei-Faktor-Authentifizierungsmethode. Heutzutage stellen viele Dienste im Internet die Aktivierung dieses Zugangssystems zum Schutz vor Cyberkriminalität zur Verfügung. Hierbei wird der herkömmliche Login, bestehend aus Benutzername und Passwort, durch eine weitere Verifizierungsmethode, einem per SMS oder E-Mail gesendeten Code, ergänzt.

– Erfahren Sie, wie Sie betrügerische E-Mails (z. B. „Phishing“) erkennen können. Einer der ersten Schritte, um zu identifizieren, ob es sich bei einer E-Mail um einen möglichen Betrug handelt, ist, die E-Mail-Adresse des Absenders zu überprüfen. In den meisten Fällen stimmt diese nicht mit dem tatsächlichen Absender überein und ist oftmals lang und nichtssagend. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass aufwändigere Angriffe die Absenderadresse nachahmen und in einigen Fällen die Identität des Absenders vollständig vortäuschen können.

Seien Sie immer misstrauisch, wenn Sie in einer E-Mail dazu aufgefordert werden, Login-Daten zu senden, über einen in der E-Mail enthaltenen Link oder eine Schaltfläche dringend auf eines Ihrer Konten zuzugreifen, eine in der E-Mail angegebene Methode zu nutzen, um Kontakt aufzunehmen oder wenn Sie eine „sehr wichtige“ Datei im Anhang der E-Mail herunterladen sollen.

Wenn Sie Zweifel an der Authentizität des Absenders haben, kontaktieren Sie am besten den echten Absender über die offiziellen und öffentlich bekannten Kommunikationskanäle – niemals über eine direkte Antwort auf die verdächtige Mail/den verdächtigen Absender oder die in der erhaltenen E-Mail enthaltenen Kommunikationskanäle.

Hosten Sie Ihre Website bei zertifizierten Hosting-Anbietern. Bevor Sie einen Hosting-Dienst beauftragen, sollten Sie dessen Website und Bewertungen in sozialen Netzwerken überprüfen. Informieren Sie sich über die Sicherheitsmaßnahmen, die sie auf ihren Servern implementieren, und bestätigen Sie, dass der Dienst die europäischen Datenschutzbestimmungen einhält.

Halten Sie Ihre Website immer auf dem neuesten Stand. Sie sollten besonders auf die Updates achten, die mit dem Content-Management-System (z. B. WordPress) und den Templates, Modulen oder Plug-ins in Verbindung stehen, die Sie auf Ihrer Website installiert haben.

– Installieren Sie keine Plug-ins oder Komponenten von Drittanbietern auf Ihrer Website, deren Autor nicht verifiziert oder zertifiziert ist.

– Wenn Sie keine Programmiererfahrung haben, vermeiden Sie es, Code auf Ihrer Website zu installieren, den Sie aus Foren oder von anderen Websites kopiert haben. Ohne den Code, den Sie kopieren, richtig lesen und interpretieren zu können, besteht immer die Gefahr, dass Sie bösartigen Code auf Ihrer Website installieren.

Installieren Sie Antiviren-Software auf Ihrem Computer und Ihren Mobilgeräten. Das ist beim Schutz vor Cyberkriminalität grundlegend.

Greifen Sie nicht auf Links zu, die über SMS-Textnachrichten bereitgestellt werden. Handeln Sie genauso, wie Sie es bei einer verdächtigen E-Mail tun würden.

Vermeiden Sie es, sich über öffentliche WLAN-Netzwerke zu verbinden. Wenn Sie dies tun müssen, kaufen Sie vorher einen VPN-Dienst (Virtual Private Network) und verbinden Sie sich immer über diesen.

Wir hoffen, dass diese Tipps zum Schutz vor Cyberkriminalität zum Teil Ihrer täglichen Online-Routine werden. Cyberkriminalität wird es immer geben und in Krisenzeiten weiter zunehmen, aber Sie können die häufigsten Online-Fallen vermeiden und Ihr Unternehmen schützen.

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